AUF UND DAVON

Der Journalist Peter Birnbacher recherchiert an einer Story über einen >typischen< Vermißten. Die Polizei serviert ihm einen 51-jährigen Familienvater, der vor drei Jahren >mal eben zum Briefkasten< ging und seitdem als verschollen geführt wird. Birnbacher zitiert Personen, die von seinem Fall berichten können: das armselige Häufchen Ehefrau, die auch dann zu ihm halten würde, wenn er Selbstmord begangen hätte; ein paar verwaschene Stammtischbrüder, die den Mund halten, weil Kumpels nicht über Kumpels reden; eine brasilianische Studentin, für die das Liebesabenteuer eine blasse Episode war und blieb; ein Penner, der nur gegen Bares nichts weiß ...

In detektivischer Kleinarbeit, die an Figuren wie Philipp Marlowe denken läßt, verstrickt Birnbacher sich immer mehr in eine ausweglose Geschichte, die ihm schließlich über den Kopf wächst.

Stefan Kuntz spielt in rasantem Wechsel zehn verschiedene Rollen in diesem Theaterkrimi für und über uns alle, über Birnbacher, der seine erste Scheidung hinter sich hat und über die zweite nachdenkt, der mit den Nerven so fertig ist, daß er alles stehen und liegen läßt und das Weite sucht.

nach der Reportage von Wulf Goebel "Verschollen" rororo, 1981

Das Wichtigste in Kürze:

Vorführtheater für Erwachsene

Thema: Midlife-Crisis

Zuschauerinnenzahl: 12 bis 90

Spielfläche: drinnen, keine Bühne, auch in Cafés und Wohnzimmern

Öko-Tarif möglich

Dauer: 70 Minuten

Premiere: 29.8.89


Technisches Beiblatt

Publikum:

Das Stück wendet sich in erster Linie an Erwachsene.

Jugendliche (ab 17 Jahren) sind ebenfalls willkommen. Ein Publikum ausschließlich aus Jugendlichen ist nicht geeignet.

Zahl: Mindestens 12 Personen, höchstens 90 Personen.

Raum:

Es eignet sich jeder Raum, am besten jedoch ein Café-Theater mit einem ca. 20 cm hohen Podest von 4 x 6 m. Keine Bühne, keine Verdunkelung.

Sitzgelegenheiten:

Stuhlreihen frontal mit Mittelgang. Tische, Getränke möglich. Aber kein Servieren während der Vorstellung.

Technik:

Licht: Nur wenn Öko-Tarif vereinbart: Zwei focussierbare Scheinwerfer à 500 Watt

Ohne Öko-Tarif: Lichtanlage (220 V, 15 Amp.) wird mitgebracht. 

Gegenstände, die vom Veranstalter zur Verfügung gestellt werden müssen:

1 einfacher Tisch 80 x 80 x 120 cm, 1 Armlehnpolsterstuhl (Typ "Chefsessel"), 2 einfache, stabile Holzstühle (Typ "Wartestuhl in Ämtern"), 1 Hocker (Normalhöhe)

Dauer: 70 Minuten

Auf- und Abbau: 60 Minuten Aufbau, 10 Minuten Abbau

Werbung:

3 Plakate A2 (Fotokopien) für Aufkleber geeignet, Presseinformation, Pressenotiz gratis zusätzliches Werbematerial auf Bestellung, gegen Berechnung:

Plakat A2 Fotokopie 3.- DM

Fotos 5.- DM

Video 5.- DM

Auswertungsbericht Modellprojekt 12.- DM

Unterkunft / Catering:

1 EZ, vorzugsweise privat (sofern im Vertrag vereinbart), kleine Erfrischung angenehm ,keine GEMA , keine Musik, keine Tonanlage

Öko-Tarif möglich


Presseinformation

In dem Ein-Mann-Stück "Auf und Davon" spielt Stefan Kuntz den Journalisten Peter Birnbacher, der an einer Story über einen 'typischen' Vermißten recherchiert. Die Polizei serviert ihm einen 51-jährigen Familienvater, der vor drei Jahren 'mal eben zum Briefkasten' ging und seitdem als 'verschollen' geführt wird.

Birnbacher zitiert Personen, die von seinem Fall berichten können: das armselige Häufchen Ehefrau, die auch dann zu ihm halten würde, wenn er Selbstmord begangen hätte; ein paar verwaschene Stammtischbrüder, die den Mund halten, weil Kumpels nicht über Kumpels reden; eine brasilianische Studentin, für die das Liebesabenteuer eine blasse Episode war und blieb; ein müder Hausmeister in einem zwielichtigen Hochhaus, der schwören will, daß dieser Mann das Penthouse mit den dunkelroten Tapeten Hals über Kopf verlassen hat, der Mietrückstand, gelöste Kreuzworträtsel im Abfall, unscharfe Polaroids; ein Penner, der nur gegen Bares nichts weiß . .

In detektivischer Kleinarbeit, die an Figuren wie Philipp Marlowe denken läßt, verstrickt Birnbacher sich immer mehr in eine ausweglose Geschichte, die ihm schließlich über den Kopf wächst.

Ein spannender Theaterkrimi für und über uns alle, über Birnbacher, der von Wohnmobil und Flugsand träumt, der tief in seiner Midlife-Crisis steckt, der seine erste Scheidung hinter sich hat und über die zweite nachdenkt, der mit den Nerven so fertig ist, daß er alles stehen und liegen läßt und das Weite sucht.

Das Stück beruht auf einer Reportage von Wulf Goebel, die 1981 unter dem Titel "Verschollen" bei rororo erschienen ist.

"Auf und Davon" und "Karin will nach Kairo" wurden im Rahmen eines mehrjährigen Modellprojektes von Stefan Kuntz zusammen mit vielen Fachleuten entwickelt.

Zum selben Thema wurde ein Stück für Kinder und ein Stück für Erwachsene am selben Tag erarbeitet. Und Ausreißen ist ja nun ein Problem, das Kinder und Erwachsene betrifft. Angeregt durch ein gerade für sie spannendes Theaterstück können Eltern und Kinder zu Hause miteinander darüber reden, wie anders als durch Ausreißen Konflikte gelöst werden können.

Es ist erstaunlich, wie Kuntz die verschiedenen Charaktere durch einige wenige Mittel für den Zuschauer so anschaulich werden läßt, daß man wie bei einem fesselnden Krimi selbst unwillkürlich miträtselt, warum und wohin Erlanger verschwunden sein könnte. Und wie bei jedem guten Krimi bleibt das natürlich offen.

Bei dem anschließenden Gespräch mit den Zuschauern wird deutlich, daß fast jeder schon mal mit dem Gedanken gespielt hat, 'einfach alles hinzuschmeißen' und bei manchem ist es wohl nicht bei einem reinen Gedankenspiel geblieben.

Darsteller und Autor: Stefan Kuntz

Schauspieler-Training und dramaturgische Beratung: Gisela Marx-Wolfart

"Auf und Davon" beruht auf der Reportage "Verschollen" von Wulf Goebel (rororo 7404)

Wiss. Begleitung: Dr. Chr. Melchers, IFM und Heike Scheid, Soz.päd.grad.

Premiere: 28./29.8.89 in Köln

Verlag: Verein zur Förderung des Kindertheaters, e.V.

Dauer: 70 Minuten

Die Entwicklung dieses Modellprojekts wurde möglich gemacht durch die Stiftung Deutsche Jugendmarke, e.V.


Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 10. Juni 1997

Sie wurde freundlicherweise gestaltet durch in Köln

Künstlerberatung Stefan Kuntz